music on my mind: Hardkandy “Second to none”

Was ist Soul? Das hat man sich schon oft gefragt. Neben den Standardantworten in Bezug auf das Musikgenre, gibt es noch hör- und fühlbares, das einen zu Antworten führen kann und das genau ist auch die Herangehensweise, der ich mich (und auch kleinski, wie wir gestern Abend herausfanden) verschrieben habe.

Eine solche Antwort geben uns Hardkandy mit ihrem neuen Album “Second to none”. Es entspricht nicht den Regeln des Souls als Musikgenre, wie er einst aus Gospel und R’n'B heraus entstand.

Es flirtet mit Jazz, Blues, Rock, Soul, Funk ist aber auch ein wenig Pop, kann als Singer-Songwriter-Album verstanden werden und ist sicher unter Neo-Soul richtig untergbracht. Was es aber im Wesen hauptsächlich ist, es ist soulful, es fühlt sich gut an. Die Genrefrage ist bei weitem nicht so elementar bei der Beantwortung der Frage was Soul sei, als man denken möchte.

Hardkandy um den Produzenten und Musiker Tim Bidwell (der unter anderem auch das Album “Tim’s House” produzierte, mit dem Kate Walsh einen beachtlichen Erfolg feierte) kommen aus Brighton und haben 2002 mit “How do you do nothing” und 2006 mit “Last to leave” (beide auf Catskills Records) schon zwei hervorragende Alben vorgelegt.

Die Liste der “Sound-like”s von Hardkandy beinhaltet Curtis Mayfield, Al Green, Stevie Wonder aber auch Cymande, Julie Driscoll und Brian Auger.

In puncto Gesang habe auch ich bei Curtis Mayfield als ersten Vergleich gespürt. Was die Arrangments und die Sounds angeht, so fallen mir als erstes die spannend integrierten Strings auf, die nicht kitschig und überproduziert daher kommen, sondern aus dem Raum heraus. So verleihen sie dem Sound eine Ehrlickeit und eine gewisse Rohheit, durch die Fender Rhodes unterstützt, erzeugen damit aber auch einen sehr feinen Gesamtsound.
Überhaupt ist die Offenheit des Soundscapes, der Raum und die Luft die darin herrschen, faszinierend, wenn auch erst einmal ein wenig ungewohnt. Es ist eben nicht der us-amerikanische Neo-Soul, den man so
kennt. Der Gitarreneinsatz spielt im ganzen Album eine wichtige Rolle, so auch in dem Song, in dem sie Fink featuren “Morning Light”. Es ist ein Album mit vielen Stimmungen, einer hervorragenden Gesangsperformance und einer rauhen Klarheit und voller Seele.

Das ist Soul, so wie er sich gut anfühlt, wie er mich packt und mitnimmt.

Wollen wir hoffen, dass Hardkandy es auch einmal auf deutsche Bühnen schaffen, denn so wie ich das einschätze dürften sie live noch einmal eine Schippe stärker sein.

Ein Trackback

  1. [...] Vane war mir mit ihren schönen Stimme schon auf dem abfeierungswürdigen Album “Second to None” von Hardkandy im letzen Jahr sehr angenehm aufgefallen. Jetzt arbeitet die Britin an ihrem Solodebut [...]

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mittels * markiert.

*
*