Obama hat die Wahl gewonnen. So sehr wie sich meine Freunde in New York, Nashville und anderswo in den Vereinigten Staaten ersehnt haben, dass Obama die Wahl gewinnt, muss das wohl schon richtig sein. Meine Kenntnisse der Verhältnisse in den USA sind nicht besonders, aber die Probleme dort und deren Dimension sind leicht wahrzunehmen. Dass die USA eine Veränderung und eine neue politische Führung brauchen ist augenscheinlich geworden. Diese hat man jetzt gewählt.
Mir persönlich war der Pop des “Yes we can” ein wenig zu dick, aber gut, wenn wir das gebraucht haben um weltweit einer Wahl in den USA diese Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und der Veränderung mit entgegen zu fiebern, wie wahrscheinlich selten bei einer Wahl in einem anderen Land,…dann wegen mir.
Es freut mich, dass Obama es geschafft hat. Vierzig Jahre nach “Say it loud, I’m black and proud” ist einer Präsident geworden, der weit mehr als nur eine politische Alternative in afroamerikanisch ist. Er kann die erste Integrationsfigur an der Spitze der USA in der Geschichte werden. Nationalität, Hautfarbe oder Ethnie funktionieren in ihm nicht mehr als Abgrenzungsmerkmale scheinbarer Identifikation. Vielleicht ist das ein wenig groß und pathetisch gedacht aber er verkörpert eine Hoffnung, dass in der Beschaffenheit seiner Person eine große Chance liegt um notwendigen Ausgleich in den Vordergrund zu stellen. Und das kann mehr Gerechtigkeit bedeuten.
Wie er ein großes Leiden des Landes, nämlich die aggressive Außenpolitik geregelt bekommt, empfinde ich als eine sehr spannende Frage. Die Veränderung, die die USA durch diese Wahl erfahren, wird auf der Welt keiner übersehen können. So oder so. Das ergibt auch die Möglichkeiten geopolitisch das Vorgehen zu verändern. Vermutlich waren – alleine druch die Person einens US-Präsidenten – die Chancen noch nie besser die Aggression zu verringern.
Alles ein ganz schön großer Schuh. Ich wünsche ihm, allen Amerikanern und auch uns, dass er einiges dessen, was an Hoffnung in ihn gesetzt wird durch sein Handeln rechfertigen können wird.
Politik ist mit Sicherheit das dreckigste aller Geschäfte. Die Umsetzbarkeit dessen, was im Wahlkampf proklamiert wird steht bekannter Maßen in keinem Verhältnis zu dem, was man zum Wählererwerb hat äußern müssen. Aber: Chancen sind da. Mehr als davor und ohne ihn.