Pfefferminztee gegen Erkältung macht more music on my mind

2009 hat sich anscheinend vorgenommen mich erst einmal ein wenig auszubremsen. Wer oder was auch immer für diese Erkältung verantwortlich ist, muss es wirklich ernst gemeint haben.

Zwar funktioniert mein Hirn noch ein wenig trotz der Watte im Kopf, aber was mit meinem Körper los ist, will ich letztlich gar nicht wissen. Gestern bei zur Live-Sendung habe ich mir gerade noch mal drei Stunden Möchtegernfitness rausbeissen können aber seitdem sind endgültig die Lichter aus.

Alles hat Vor- und Nachteile, sagt man und so versuche ich mal rauszufinden, was sich hier an Gutem holen lässt. Hhmm…ach ja genau: Reminiszenz an die Kinheit bilden. Was hat man immer gemacht, wenn man richtig krank war?

Remi1: Pfefferminztee trinken.
Die Hausmarke stellt sich tatsächlich als lecker und auch noch als lindernd heraus. Das muss ich mir merken. Könnte auch ohne die Nahtoterfahrung des heutigen Tages eine gute Sache sein.

Remi2: Fernsehen; den ganzen Tag.
Das Fernsehprogramm stellt sich schon nach 45 Minuten als vollkommen unbrauchbar heraus. Das muss man anders angehen….Musik?! Genau. Und da beginnt der Tag richtig gut zu werden.

Zu viele Stücke habe ich 2008 nur gekauft oder zugeschickt bekommen und am Ende dann doch zu wenig gehört. Das habe ich gestern schon gemerkt, als ich an der Zusammenstellung der Top5 zum letzten Jahr arbeitete.

Ein Song, den ich 2008 entdeckt habe und der sicherlich für mich ein unsterblicher bleiben wird, ist Stan Getz’ “Saudade vem Correndo“. Zusammen mit Luiz Bonfa, Antonio Carlos Jobim und der wunderbaren Maria Toledo 1963 aufgenommen ist es ein für mich eher ungewöhlicher Hit, denn Latin/Brazl sind nicht gerade meine großen Leidenschaften. Die Nummer aber ist schlicht wunderschön. Ein Beispiel dafür, dass es zuweilen eine gute Methode sein kann, sich Stücke rauszusuchen, die andere schon mal sehr gut gesampelt haben. Hier geschehen von J Dilla für Pharcyde’s “Runnin’”.

Hört man, wenn man sich ein wenig Mühe gibt aber es macht am Ende viel mehr Freude, das wunderschöne Original einfach zu genießen.

Stee Downes hat 2008 mit “All in a Day” auf Sonar Kollektiv ein sehr schönes Album rausgebracht. Zwar ist die Cover-Version von “What is wrong with groovin‘” (das Original ist von Letta Mbulu) eher nicht so meine Tasse Tee, aber einige Stücke auf dem Albm haben mich richtig gekickt und tun es auch weiter. Unseren Freund und Kollegen vom NUM-Blog hat es jedenfalls gestern auch so hinreissen können, daß er das gute Stück gleich erstand und da ebenjeners für seine Stilsicherheit bekannt ist, halte ich das für eine weitere brauchbare Referenz. “Put a little Love in my Soul” wird auf jeden Fall noch eine ganze Weile ein Hit für mich bleiben.

“Jim” von Jamie Lidell und “Soft Power” von Gonzales waren ganz sicher meine Highlights 2008. Das Interview mit Gonzales und das After-Show-Konzert von Jamie (findet man was zu, wenn man eine Weile duch den Blog blättert) taten ihr übriges um mich zum Fan zu machen. Die beiden Alben habe ich aber wirklich oft gehört und besprochen. Dass ich auch Fleur Earth mit “Skurreal” und Hardkandy mit “Second to None” für schwer hörens- und kaufenswert halte, habe ich auch schon erwähnt.

Da war ja noch ein neues Album von Jazzanova, das mich vor allem an den Stellen, an denen Jose James, Ben Westbeech, Phonte und Paul Randolph auf den Plan traten richtig tierisch wurde. “Of all the Things” heisst das gute Stück und ist im Zirkel moderner Soulalben sicher eines der rundesten, schlüssigsten und schönsten aus 2008. Das seit Jahren gleichbleibend hohe Niveau des Musikschaffenden/-produzententeams aus Berlin ist für mich sehr beeindruckend. Ob das raregroovige Eigenkompositionen sind, wie zum Beispiel bei “Belle et Fou”,solide funkies Housemachwerk (man erinnere sich an dieser Stelle bitte an Roy Ayers’ “Our Time is Coming” und den Guestlist Remix, den Jazzanova aus Masters at Work’s Mix machten) oder wie eben hier auf dem neuesten Werk viel moderner Soul, immer trafen die Jungs stilsicher das, was man zeitlos guten GEschmack nennen kann. Den einen oder anderen mag das in puncto Innovation nicht immer befriedigt haben. Mich allerdings reißen solche Stücke wie “Little Bird” oder “Let me show ya” hin. Dass sie Leon Ware als alten Motownkomponistenhelden zur Kooperation baten hat auch Charme.

Auch 2008 und cool aber wegen Remi3 leider nicht mehr ausführlicher:

Mr. Oizo  “Lamb Anger”

DJ Day / Marvin Daye “What’s going on”

Kraak & Smaak feat. Ben Westbeech “Squeeze me”

Q-Tip – Renaissance

…da sind sicher noch ein paar, die mir jetzt nicht einfallen wollen, denn es ist endgültig

Remi3: Schlafen hilft.
Und muß gemacht werden, weil er als Tribut gefordert wird. Trotzdem ist es noch ein okayer Tag geworden mit Dir, Du Erkältung. Jetzt erst mal eine Runde schlafen und vielleicht davon träumen wie super das kommende Album von Tuomo werden wird, das man mir gerade für das Frühjahr versprach. Die Finnen…..

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